Friedensreich Hundertwasser


Friedensreich Hundertwasser wurde am 15. Dezember 1928 in Wien als Fritz Stowasser geboren. Nach dem Abitur 1948 besuchte er drei Monate lang die Wiener Kunstakademie. 1949 bis 1951 unternahm er längere Studienreisen nach Paris, Marrakesch, Tunis, Italien und Spanien. In dieser Zeit änderte er seinen Namen in Hundertwasser.
   Bei seinen ersten öffentlichen Ausstellungen 1952 und 1953 im Art Club Wien wurde dem Künstler bereits großes öffentliches Interesse zuteil. In den 60er und 70er Jahren stellte Hundertwasser in Tokio, Stockholm, New York, Chicago und Bern aus. Hundertwasser-HausVon 1983 bis 1986 entstand im Wiener 3. Bezirk an der Ecke Kegel-/Löwengasse das "Hundertwasser-Haus", das in Wien zu den beliebtesten Touristenattraktionen zählt.
   Seit 1990 arbeitete der "Architekturdoktor" - wie sich Hundertwasser nannte - an verschiedenen Projekten, zu denen auch Industriegebäude (Rosenthal-Fabrik in Selb, 1982) und andere Zweckgebäude (Einkaufszentrum Village, Wien; Raststätte Bad Fischau) gehörten. Hundertwasser-HausRundungen statt Ecken und Kanten, begrünte Dächer, individuell gestaltete Fenster, Zwiebeltürme und bunte, verspielte Fassaden sind Kennzeichen seines Stils.
   "Der Architekturdoktor tut nichts anderes, als Menschenwürde und Harmonie mit der Natur und mit der menschlichen Kreation herzustellen", so Hundertwasser im Januar 1990. "Jedes noch so häßliche und kranke Haus kann geheilt werden."
   Zu den großen Architekturprojekten Hundertwassers in den 90er Jahren zählen eine Kindertagesstätte in Frankfurt/Main (1995) und die Sanierung und Umgestaltung des ehemaligen Plattenbaus Martin-Luther-Gymnasium in Wittenberg, die 1999 vollendet wurde. Kurz vor seinem Tod im Februar 2000 schuf der Künstler in der neuseeländischen Stadt Kawakawa ein Toiletten-Häuschen, das zu einem beliebten Touristenziel avancierte. Posthum wurde im November 2000 die nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser ausgeführte Umgestaltung des Bahnhofs in Uelzen zum Umwelt- und Kulturbahnhof fertiggestellt.
   Friedensreich Hundertwasser erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Sanbra Preis der V. Biennale São Paulo (1959), den Großen Österreichischen Staatspreis (1980) und den Österreichischen Naturschutzpreis (1981).
   Seit 1986 besaß der österreichische Künstler auch die neuseeländische Staatsbürgerschaft. Regentag auf Liebe WellenAm 19. Februar 2000 starb Friedensreich Hundertwasser an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Queen Elizabeth II" im Pazifischen Ozean auf dem Weg von Neuseeland nach Europa an Herzversagen. Er wurde unter einem Tulpenbaum auf seinem Land in Neuseeland begraben - in Harmonie mit der Natur im Garten der glücklichen Toten.

"ICH SCHLIESSE HALB DIE AUGEN WIE BEIM BILDER KRIEGEN UND SEHE DIE HÄUSER DUNKELBUNT STATT HÄSSLICH HELL UND GRÜNE WIESEN AUF ALLEN DÄCHERN ANSTELLE VON BETON. ICH FREUE MICH SCHON DARAUF, ZU HUMUS ZU WERDEN, BEGRABEN NACKT UND OHNE SARG UNTER SELBSTGEPFLANZTER BUCHE AUF EIGENEM LAND IN AO TEA ROA."

Friedensreich Hundertwasser, 1979.

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